Cham Island: Warum du unbedingt über Nacht bleiben musst!

cham island warum du unbedingt ber nacht bleiben musst

Inhaltsverzeichnis

So kommst du von Hoi An nach Cham Island
Schnorcheln und Tauchen: Was dich wirklich erwartet
Die besten Strände auf Cham Island
Warum du unbedingt über Nacht bleiben solltest
Tagestour vs. Übernachtung
Was man auf Cham Island essen sollte
Geheimtipps, die die meisten Touristen verpassen
Die beste Reisezeit

Fast hätte ich den gleichen Fehler gemacht wie fast jeder andere auch, der nach Cham Island will. Einen Tagestrip von Hoi An aus buchen, morgens um 8 Uhr mit dem Speedboot raus, ein bisschen Schnorcheln (ganz nett, aber nicht weltbewegend), ein Mittagessen, das ich mir nicht ausgesucht habe, getrockneten Tintenfisch auf einem Markt kaufen, den ich gar nicht sehen wollte, und dann gegen 14 Uhr zurück aufs Festland geschippert werden, mit dem faden Beigeschmack, irgendwie abgezockt worden zu sein. Das ist das Standard-Erlebnis für etwa 90 % der Besucher, und ich wette, genau deshalb kommen so viele Leute eher enttäuscht zurück.

Geändert hat meine Meinung ein Typ an einer Bar in Hoi An (und nein, das erfinde ich jetzt nicht nur für die Story!). Er hatte gerade zwei Nächte auf der Insel verbracht und sagte mir mit voller Überzeugung, ich solle den Tagestrip lassen und stattdessen über Nacht bleiben. Das hat mich dazu gebracht, am nächsten Morgen direkt meinen kompletten Plan umzuwerfen. Denn mal ehrlich: Warum sollte man einem betrunkenen Fremden nicht vertrauen?

Er hatte recht. Aber dazu komme ich gleich noch.

So kommst du von Hoi An nach Cham Island

Traditional wooden boats docked on Thu Bon River in Hoi An during a pink and orange sunset

Lokal heißt die Insel "Cu Lao Cham". Wenn du diesen Namen statt "Cham Island" benutzt, bringt dir das zwar keinen extra Respekt bei den Einheimischen ein, aber man fühlt sich irgendwie direkt ein bisschen professioneller.

Es handelt sich um acht Inseln, die etwa 15 Kilometer vor der Küste von Hoi An liegen. Nur eine davon ist bewohnt: Hon Lao mit etwa 2.500 Einwohnern und weit und breit keinem einzigen Auto. In manchen Ecken wird nach 22 Uhr sogar der Strom abgestellt. Das klingt jetzt vielleicht wie eine Warnung, aber ich verspreche euch, dass genau das eigentlich das Beste daran ist.

Los geht es am Cua Dai Tourist Port. Der Hafen ist etwa 13 Kilometer von der Altstadt in Hoi An entfernt, also etwa 15 bis 20 Minuten mit dem Taxi.

White speedboat docked at a stone pier for a transfer from Hoi An to Cham Island with green mountains in the background

Es gibt zwei Möglichkeiten für die Überfahrt. Speedboote brauchen 20 Minuten und kosten mehr (ca. 600.000 VND für hin und zurück). Die werden von den Reisegruppen genutzt und sind völlig in Ordnung, aber stell dich darauf ein, dass du nassgespritzt wirst und dein Steißbein bei Wellengang ordentlich was abbekommt. Checkt also vorher lieber den Wetterbericht. Die andere Option ist die Holzfähre von Hoi An aus. Die braucht etwa 1,5 bis 2 Stunden, ist viel billiger (rund 400.000 VND hin und zurück) und es hat einfach was, auf einem langsamen Holzboot auf einer Insel anzukommen. Man hat das Gefühl, wirklich zu reisen und nicht nur transportiert zu werden. Klingt vielleicht touristisch, ist aber eigentlich ziemlich entspannend.

Falls du aus Da Nang kommst, ist der Hafen etwa 30 Kilometer entfernt. Plane dafür eine Stunde ein.

Der Eintritt kostet 70.000 VND plus eine Öko-Gebühr von etwa 20.000 bis 30.000 VND. Bring unbedingt ein Foto von deinem Reisepass mit, da die Insel teilweise militärisch verwaltet wird und es einen Checkpoint gibt, von dem dir vorher kaum jemand erzählt. Ich wurde davon völlig kalt erwischt und musste ewig in meinen Handyfotos nach einer Kopie suchen, während ein sehr geduldiger Soldat wartete.

Ach ja, und keine Plastiktüten! Die sind verboten. Das wird dort seit Jahren konsequent durchgezogen und es funktioniert wirklich. Die Strände hier sind sauberer als fast alles andere, was ich an der vietnamesischen Küste gesehen habe. Pack also lieber einen Rucksack oder einen Stoffbeutel ein.

Schnorcheln und Tauchen: Was dich wirklich erwartet

Tourists snorkeling in turquoise water near rocky shore during Cham Island boat tour

Ich möchte hier vorsichtig sein, damit ich die Erwartungen weder zu hoch noch zu niedrig ansetze, denn beides passiert bei dieser Insel ständig.

Cham Island ist ein UNESCO-Biosphärenreservat. Es gibt hier über 134 Korallenarten und fast 180 Fischarten. Das klingt fantastisch und an den richtigen Stellen ist es das auch. Das Problem ist nur, dass dich die meisten Tagestouren genau dort nicht hinführen.

Was normalerweise passiert: Du wirst mit 30 anderen Leuten an einer Stelle nah am Hafen abgesetzt. Alle fummeln an Leihmasken herum, die nicht richtig passen. Man schwimmt etwa 20 Minuten im Kreis. Man sieht Korallen, einige davon gesund, andere weniger. Dann geht es zurück aufs Boot. Manche Leute sind begeistert, andere nennen es frustriert "Scam Island". Das ist zwar hart, aber wenn man für ein Schnorchelparadies bezahlt hat und dann an einem überfüllten Spot mit mittelmäßigen Riffen landet, verstehe ich den Ärger. Die Tripadvisor-Bewertungen sprechen mit 3,5 Sternen bei über 820 Rezensionen eine deutliche Sprache.

Meine Meinung: Wenn Schnorcheln dein Hauptgrund für den Besuch ist, dann buche keine Standard-Gruppentour. Such dir entweder einen privaten Anbieter, der die besseren Spots rund um Hon Dai ansteuert, oder (noch besser) bleib über Nacht und frag die lokalen Bootsführer, ob sie dich am nächsten Morgen rausfahren. Die Ecken, die die kennen, stehen bei keinem Reiseveranstalter auf dem Plan. Das ist eine völlig andere Erfahrung. Bitte hört auf mich, damit ihr nicht auch eine dieser negativen Bewertungen schreiben müsst!

Tauchen ist hier übrigens richtig gut. Gesunde Korallen in den Schutzzonen, Unterwasserhöhlen, Feuerfische und Zackenbarsche. Es ist wohl das beste Tauchgebiet in Zentralvietnam. Wenn du Geld für Wassersport ausgeben willst, dann hier fürs Tauchen.

Dann gibt es noch das "Sea Walking". Dabei trägt man einen Helm, der mit Sauerstoff versorgt wird, und läuft über den Meeresboden, während Fische an einem vorbeischwimmen. Das klang für mich so absurd, dass ich es gelassen habe. Ich habe aber beobachtet, wie eine Gruppe danach aufs Boot kam und alle sahen aus, als hätten sie gerade eine Achterbahnfahrt hinter sich. Zieht eure eigenen Schlüsse, aber für mich war das eher nichts.

Die besten Strände auf Cham Island

Leaning palm tree on a crowded golden sand beach at Cù Lao Chàm with blue boats in the bay

Es gibt eine Straße, die um die Insel führt, und die Strände tauchen links und rechts davon auf. Ohne Roller bist du auf das beschränkt, was in der Nähe des Hafens liegt. Mit einem Roller kannst du alle an einem Tag abklappern. Genau das würde ich auch empfehlen.

Bai Ong liegt am nächsten zum Hafen und hier sammeln sich die Tagestouristen. 300 Meter weißer Sand, Kokospalmen, Liegen, Jetski-Verleih und Duschen. Ein schöner Strand, an dem es eigentlich nichts auszusetzen gibt. Aber er ist eben so weit weg vom "einsamen Inselparadies" wie nur möglich, wenn dort gerade vier Boote voller Menschen entladen werden.

Sandy tropical beach at Bai Ong Cham Island with thatched umbrellas and coconut trees

Mir hat Bai Chong besser gefallen, etwa 2 Kilometer weiter südlich und deutlich leerer. Gleicher weißer Sand, aber mit ein paar Restaurants unter Bäumen, wo die Besitzer einen nicht direkt wieder loswerden wollen. Der Strand ist nach seltsam gestapelten Felsen benannt, die aussehen, als hätte sie jemand absichtlich so balanciert. Zum Schwimmen ist es hier auch schöner, weil man mehr Platz hat und das Wasser ruhiger ist.

Bai Huong ist richtig authentisch. Ein Fischerdorf, Homestays, Netze, die im Sand trocknen. Vietnamesische Familien, die im Schatten zu Mittag essen. Ich bin am späten Nachmittag dort gelandet, als alle Tagestouristen schon weg waren, und dachte mir: Okay, GENAU DAS meinte der Typ an der Bar. Die ganze Energie dort unten ist anders.

Bai Xep und Bai Bim sind kleinere, leerere Strandabschnitte für Leute, die ihre Ruhe haben wollen. Perfekt für den frühen Morgen mit dem Roller, wenn man die Insel noch für sich allein hat.

People swimming in crystal clear turquoise ocean water near rocky cliffs at Cham Island

Und dann ist da noch Eo Gio, was eigentlich gar kein Strand ist. Es ist ein Aussichtspunkt an der Ostseite, der "Windstraße" genannt wird. Dschungel, dramatische Klippen und das Meer, das sich bis zum Horizont erstreckt. Ich bin zum Sonnenaufgang dorthin gefahren und saß eine halbe Stunde auf einem Felsen, ohne irgendwas zu tun. Ich habe nicht mal daran gedacht, ein Foto zu machen. Daran erkenne ich immer, ob ein Ort wirklich gut ist: Wenn man vergisst, ihn zu dokumentieren.

Warum du unbedingt über Nacht bleiben solltest

Dieser Abschnitt ist mir wichtiger als alles andere in diesem Blog, denn das ist der eine Tipp, der einen Trip nach Cham Island von "ganz nett" in etwas verwandelt, an das man sich noch jahrelang erinnert.

Gegen 14 oder 15 Uhr fahren die letzten Speedboote zurück nach Hoi An. Und innerhalb von dreißig Minuten wird die Insel zu einem völlig anderen Ort. Der Markt leert sich, die Strände werden frei. Aus dem überfüllten Bai Ong wird dein privater Strand. Das Dorf verfällt in seinen eigentlichen Rhythmus, und der ist langsam. Sehr, sehr laaaaaangsam.

Es gibt hier keine Hotels oder Resorts. Man übernachtet bei Familien in Bai Lang oder Bai Huong, die einem das servieren, was an diesem Tag frisch aus dem Meer gefischt wurde. Sie besorgen dir einen Roller, zeigen dir die besten Strände und behandeln dich generell wie einen guten Bekannten.

Jemand, den ich getroffen habe, beschrieb sein Homestay in Bai Huong als eine der besten Erfahrungen seines Lebens. Er ging mit den Einheimischen fischen, wanderte durch den Dschungel zu Stränden, an denen kein einziger Fußabdruck war, und aß abends auf der Veranda bei einem vietnamesischen Bier, während sich der Himmel verfärbte. Die Kosten pro Tag waren fast nichts.

Zum Thema Strom: In manchen Homestays wird der Strom zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens abgestellt. Meine erste Reaktion war leichte Panik. Meine zweite Reaktion, nach zehn Minuten Stille, war: Oh. OH! Das ist ja fantastisch. Kein Handy-Leuchten, kein Scrollen. Nur die Wellen, die Dunkelheit und ein tiefer Schlaf, wie ich ihn seit Monaten nicht mehr hatte. Wenn du jemand bist, der eigentlich weiß, dass er mal eine digitale Entgiftung braucht, wird Cham Island das Problem für dich lösen. Und nein, das ist keine Übertreibung!

Es gibt keine Geldautomaten auf der Insel. Ich sage das lieber nochmal, weil man so was gerne vergisst, bis man im Restaurant steht und nur eine Kreditkarte und ein Stoßgebet hat. Bring also immer genug Bargeld mit!

Tagestour vs. Übernachtung

Blue welcome arch at Cham Island pier with See You Again text and ocean view

Um das klarzustellen: Eine Tagestour ist nicht schrecklich. Man sieht die Insel, man schnorchelt, man isst was und sieht den Markt. Wenn Cham Island nur ein Punkt auf einer vollgepackten Liste für Hoi An ist, kann man das machen.

Aber was bei den meisten Tagestouren passiert (und das haben mir mehrere Leute unabhängig voneinander erzählt): Man kommt mit der Masse an, wird zum Strand geführt, schnorchelt an dem immer gleichen Spot, wartet, isst ein Standard-Mittagessen in einem Restaurant, das genau auf einen gewartet hat, wartet noch mehr, wird zum Markt geführt, wo die Verkäufer schon in den Türen stehen, kauft aus Höflichkeit irgendwas und wartet dann aufs Boot nach Hause. Jemand nannte es "viel Warten und von Ladenbesitzern abgezockt werden", und ja, das trifft es wohl ganz gut.

Wenn man über Nacht bleibt, dreht sich das alles um. Leere Strände am Morgen. Essen in Küchen, die für das Dorf kochen und nicht für Touristenbusse. Mit dem Roller Buchten entdecken, weil einen niemand zur nächsten Station drängt. Mit einem Fischer schnorcheln gehen, der einen an Orte bringt, die er einer Reisegruppe niemals zeigen würde.

Wenn du zwei Tage Zeit hast und einer davon für Cham Island draufgehen kann, dann bleib über Nacht. Die Insel, von der du in magischen Reiseblogs liest? Das ist die Insel nach 15 Uhr. Nicht die vom Tagestrip.

Was man auf Cham Island essen sollte

Meeresfrüchte natürlich! Die Fischer bringen den Fang rein, er geht in die Küche und landet direkt bei dir. Der ganze Prozess dauert gefühlt nicht länger als eine Kaffeepause.

Was viele nicht erwähnen: Die kleinen Küchen in den Homestays sind oft besser als die richtigen Restaurants. Und damit meine ich nicht nur "rustikal-gemütlich", sondern qualitativ besser. Die Zutaten sind frischer (oft der eigene Fang der Gastgeber), das Essen wird mit mehr Liebe zubereitet und die Preise sind besser. Ich hatte gegrillten Fisch, gedämpfte Garnelen, Wasserspinat mit Knoblauch und eine zentralvietnamesische saure Suppe, die so unfassbar gut war, obwohl sie in einer Küche von der Größe meines Badezimmers gekocht wurde.

Das Mittagessen bei den Tagestouren ist okay. Es gibt meistens ein festes Menü: Jakobsmuscheln, Nudeln, Garnelen, Salat, Reis und Obst. Alles völlig akzeptabel, aber nichts, woran man sich in zwei Wochen noch erinnern wird.

Wenn du bei einem Tagesbesuch ein Upgrade willst, kauf dir deinen Fisch oder deine Meeresfrüchte selbst auf dem Tan Hiep Markt und bring sie in ein Restaurant. Die bereiten das gegen eine kleine Gebühr so zu, wie du es willst. Das ist insgesamt teurer, aber du suchst dir wenigstens selbst aus, was du isst.

Das wahre Erlebnis ist aber ein Seafood-BBQ am Strand. Muscheln, die auf dem Grill aufpoppen, Garnelen, die rosa werden, ein Haufen Austern und der Fisch, den der Gastgeber am Morgen gefangen hat. Ein Bier in der Hand, die Boote in der Ferne. Ich weiß, das klingt wie ein Werbevideo, aber der ganze Spaß kostet etwa 8 Dollar und es gibt keinen Fotografen, der fragt, ob er ein Pärchenfoto von euch machen soll (Gott, wie ich das hasse!).

Geheimtipps, die die meisten Touristen verpassen

High angle aerial shot of the eight islands forming the Cham Island archipelago in Vietnam

Miete dir einen Roller! Ich kann das gar nicht oft genug betonen, das ist der wichtigste Tipp meines ganzen Blogs. Wichtiger als die Übernachtung. Ohne Roller hängst du in Bai Ong und am Hafen fest. Mit Roller öffnet sich die ganze Insel. Dein Homestay organisiert dir einen, oder du heuerst einen Einheimischen an, der dich herumfährt, falls du dich selbst nicht traust. Die Straßen im Osten sind zwar holprig, aber dort gibt es die besten Aussichten. Es gibt kein Grab und keine Taxis auf der Insel. Roller oder zu Fuß, das sind die einzigen Optionen.

Die Hai Tang Pagode im Dorf Bai Lang ist der älteste buddhistische Tempel (1758) der Insel. Die meisten Reisegruppen laufen auf dem Weg zum Markt einfach daran vorbei, und ich verstehe nicht, warum. Im Hof steht eine Statue der Lady Buddha, die für eine sichere Reise segnet. Fischer beten hier, bevor sie rausfahren. Es ist dort so friedlich und still, was auf einer ohnehin schon ruhigen Insel fast schon absolute Stille bedeutet.

Der Xom Cam Brunnen ist ein alter Brunnen der Cham, das genaue Alter weiß ich nicht. Europäische Händler haben hier schon vor Jahrhunderten ihre Vorräte aufgefüllt. Die Einheimischen schwören darauf, dass Tee aus diesem Wasser gegen Seekrankheit hilft. Ich habe es probiert, war aber auf der Fähre zurück trotzdem leicht grün im Gesicht. Aber der Brunnen selbst ist faszinierend und den Spaziergang wert.

Frag nach Bootstouren zu den kleineren Inseln, wenn du über Nacht bleibst. Keine offiziellen Touren, sondern eher so nach dem Motto: "Klar, ich fahr dich für ein paar Dollar rüber." Das Schnorcheln dort ist eine ganz andere Welt als bei den Massen-Spots.

Pass auf dein Essen auf, wenn Affen in der Nähe sind! Die leben in den Bäumen und sind extrem dreist. Die nehmen dir Sachen direkt aus der Hand, ohne Witz. Ich habe gesehen, wie einer einem Typen eine Banane förmlich aus der Hand gerissen hat und ohne jede Reue in den Dschungel geflitzt ist.

Im Dorf Bai Huong gibt es einen Tempel, der den "Vorfahren der Schwalbennester" gewidmet ist (gebaut 1848). Er ehrt die Familien, die angefangen haben, Schwalbennester in den Klippen zu sammeln. Das wird dort seit Jahrhunderten gemacht und ist immer noch ein echter Wirtschaftszweig. Ich schätze mal, dass nur etwa 2 % der Besucher überhaupt wissen, dass dieser Ort existiert.

Die beste Reisezeit

Februar bis August ist perfekt. Ruhiges Wasser, Sonne, die Boote fahren und die Tauchsaison ist eröffnet. April bis Juli ist die absolut beste Zeit.

Ab September wird es unvorhersehbar. Es regnet öfter, der Wind frischt auf und das Meer wird unruhig. Man kann Glück haben, man kann aber auch den ganzen Tag drinnen feststecken.

Von Oktober bis Januar heißt es: Finger weg! Das ist Taifun-Saison. Die Boote fahren nicht mehr, das Meer ist lebensgefährlich und die lokalen Anbieter machen komplett dicht. Das ist keine "vielleicht klappt es ja doch"-Situation. Fahrt nicht hin, wenn euch euer Leben lieb ist (ich meine das ernst, es ist wirklich gefährlich).

Plant am besten einen Puffertag ein, wenn ihr das mit einem Hoi An Trip verbindet. Das Wetter schlägt schnell um, und mit ein bisschen Flexibilität sitzt man am Ende nicht im Regen und trauert den Stränden hinterher.

Häufig gestellte Frage

01

Lohnt sich Cham Island?

Wenn du Ruhe, Fischerdörfer und ein langsames Tempo suchst, bei dem man automatisch das Handy weglegt: Ja. Wenn du Partys wie auf Bali oder Schnorcheln wie auf den Malediven erwartest: Eher nicht. Die Übernachtungs-Version ist etwas ganz Besonderes, der Tagestrip ist nur "ganz okay".

02

Wie weit ist es von Hoi An entfernt?

 Etwa 15 Kilometer vor der Küste. Mit dem Speedboot dauert es 20 Minuten vom Cua Dai Hafen aus. Insgesamt braucht man von der Haustür in Hoi An bis zur Insel etwa eine Stunde.

03

Ist das Schnorcheln gut?

Kommt ganz darauf an, wo man hinfährt. Die Standard-Tagestouren sind oft enttäuschend. Private Touren oder Fahrten mit lokalen Fischern zu abgelegenen Spots können dagegen fantastisch sein. Wenn Schnorcheln dein Hauptziel ist, buche nicht die billigste Gruppentour.

04

Kann man auf der Insel übernachten?

Ja, und bitte tu es auch! Es gibt Homestays in Bai Huong und Bai Lang, aber keine Hotels. In der Hauptsaison (April bis August) solltest du vorab buchen. Erwarte einfache Zimmer, geniales Essen, eventuelle Stromausfälle ab 22 Uhr und den besten Schlaf deines Lebens.

05

Was kostet ein Trip nach Cham Island?

Tagestour: 500.000 bis 800.000 VND (ca. 20 bis 32 Euro). Fähre auf eigene Faust: ca. 450.000 VND hin und zurück. Eintritt: 70.000 VND plus Öko-Gebühr. Homestay: 15 bis 30 Euro pro Nacht (meist inkl. Essen). Ein Trip mit zwei Nächten kostet insgesamt etwa 60 bis 80 Euro.

06

Brauche ich Bargeld?

Definitiv. Es gibt keine Geldautomaten und kaum Kartenzahlung. Bring genug für den gesamten Aufenthalt mit und dann noch ein bisschen extra. Das ist kein Scherz!

07

Ist Cham Island sicher?

Sehr sicher. Eine winzige Gemeinschaft, fast keine Kriminalität. Es gibt einen Militär-Checkpoint bei der Ankunft (Pass mitbringen!). Die größten Risiken sind Sonnenbrand, Wellengang auf der Fähre und Affen, die keinen Respekt vor Privateigentum haben.

08

Was sollte ich mitbringen?

Bargeld, korallenfreundliche Sonnencreme, einen Rucksack (Plastiktüten verboten!), deinen Reisepass (oder ein Foto davon), Badesachen, feste Schuhe zum Wandern und eine wasserfeste Handyhülle zum Schnorcheln.

09

Was ist besser: Tagestrip oder Übernachtung?

 Übernachtung, ohne Frage. Der Tagestrip zeigt dir nur die Touristen-Fassade. Wenn du bleibst, erlebst du die echte Insel, sobald die Massen weg sind.

10

Kann man einen Roller mieten?

Ja. Das Homestay organisiert das für dich. Es gibt kein Grab, also ist der Roller essenziell, um die Insel zu erkunden. Die Straßen sind meistens gut, nur der Osten ist etwas holprig.

11

Wann ist die Insel geschlossen?

Von Oktober bis Januar wegen der Taifun-Saison. Die Boote fahren dann nicht, und das ist nicht verhandelbar.

12

Wie ist Cham Island im Vergleich zu anderen Inseln in Vietnam?

Es ist nicht Phu Quoc (Resorts, Party, Bauwahn) und nicht Con Dao (teuer, abgelegen, Öko-Luxus). Cham Island fühlt sich so an, wie vietnamesische Inseln wahrscheinlich vor 15 Jahren waren: nah an Hoi An, günstig, klein und immer noch sehr lokal. Dieses Fenster wird sich vermutlich nicht ewig offen halten.