Die tiefsten Höhlen der Welt: Eine Reise in den Abgrund

Die tiefsten Höhlen der Welt sind keine normalen Schauhöhlen. Die meisten sind Expeditionssysteme, gemessen nach dem Höhenunterschied zwischen dem höchstgelegenen bekannten Eingang und dem tiefsten vermessenen Punkt. Für Reisende ist das wichtig, denn eine Höhle kann wegen ihrer Tiefe, Länge, ihres Volumens, ihrer Kammern oder ihrer Zugänglichkeit berühmt sein. Das sind sehr unterschiedliche Dinge.

Dieser Überblick orientiert sich an der Wikipedia-Liste der tiefsten Höhlen. Sie basiert auf der maximal vermessenen Tiefe und kann sich ändern, sobald Höhlenteams neue Gänge entdecken, ältere Vermessungen prüfen oder getrennte Systeme verbinden. Derzeit prägen vor allem der Kaukasus, die Alpen, die Picos de Europa, die Höhlenregion von Oaxaca in Mexiko und Teile des Balkans die Top 20.

Nutze diese Liste als Orientierung, nicht als Einladung zum Einstieg. Fast alle Höhlen unten verlangen Seiltechnik, Kälteschutz, Untergrundcamps, Höhlentauch-Support oder besondere Genehmigungen. Wer als Reisender eine echte Höhlenerfahrung sucht, sollte eine geführte Höhle in der Nähe wählen, statt ein Rekordsystem auf eigene Faust anzugehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Krubera-Voronja-Höhle, Georgien/Abchasien
2. Veryovkina-Höhle, Georgien/Abchasien
3. Sarma-Höhle, Georgien/Abchasien
4. Tovliani-Höhle, Georgien/Abchasien
5. Lamprechtsofen, Österreich
6. Gouffre Mirolda, Frankreich
7. Gouffre Jean-Bernard, Frankreich
8. Sistema del Cerro del Cuevón, Spanien
9. Hirlatzhöhle, Österreich
10. Sistema Huautla, Mexiko
11. Chevé-Höhle, Mexiko
12. Boybuloq-Höhle, Usbekistan
13. Pantyukhin-Höhle, Georgien/Abchasien
14. Sima de la Cornisa, Spanien
15. Čehi 2, Slowenien
16. Sistema del Trave, Spanien
17. Lukina-Trojama-System, Kroatien
18. Egma Sinkhole, Türkei
19. Gouffre de la Pierre Saint-Martin, Frankreich/Spanien
20. Kuzgun-Höhle, Türkei
Tiefe oder Volumen: die Perspektive der Son-Doong-Höhle

1. Krubera-Voronja-Höhle, Georgien/Abchasien

Professional cavers using ropes and technical gear to descend a steep vertical pit inside the Krubera Voronya cave system which is the deepest cave in the world

Die Krubera-Voronja-Höhle gilt mit 2.224 Metern vermessener Tiefe und etwa 23 Kilometern Länge als tiefste Höhle der Welt. Sie liegt im Arabika-Massiv, derselben Kalksteinregion, in der mehrere der tiefsten bekannten Höhlensysteme der Erde liegen. Es gibt mehrere Eingänge, darunter hoch gelegene Einstiege im Ortobalagan-Tal, von denen aus die Gänge durch ein kaltes, vertikales Kalksteinsystem abfallen.

Krubera ist so bedeutend, weil sie die erste Höhle war, die jenseits der Marke von 2.000 Metern erforscht wurde. Über Jahre zeigte sie, was Tiefhöhlenexpeditionen überhaupt leisten können. Die Route führt durch enge Schächte, kaltes Wasser, Wasserfälle und überflutete Abschnitte, sogenannte Siphone, die spezialisiertes Höhlentauchen erfordern. Für Reisende ist Krubera eher ein Rekord der Speläologie als ein Ziel für die Urlaubsplanung.

2. Veryovkina-Höhle, Georgien/Abchasien

Die Veryovkina-Höhle steht mit 2.209 Metern vermessener Tiefe und etwa 17,5 Kilometern Länge auf Platz zwei. Ihr Eingang wirkt klein im Vergleich zu dem gewaltigen System darunter, was ihren Ruf unter Tiefhöhlenteams nur verstärkt. Der Einstieg liegt hoch im Arabika-Massiv, zwischen den Bergen Krepost und Zont.

Die Höhle wurde erstmals während sowjetischer Erkundungen dokumentiert und später nach dem Höhlentaucher Alexander Veryovkin benannt. Moderne Expeditionen trieben die bekannte Tiefe zwischen 2016 und 2018 deutlich weiter nach unten. Deshalb bezeichnen viele neuere Artikel Veryovkina noch immer als tiefste Höhle der Welt. Die aktuelle Wikipedia-Rangliste führt Krubera-Voronja darüber, und dieser Artikel folgt dieser Reihenfolge.

3. Sarma-Höhle, Georgien/Abchasien

Die Sarma-Höhle erreicht 1.830 Meter Tiefe und erstreckt sich über etwa 19,2 Kilometer. Wie Krubera und Veryovkina liegt sie im Arabika-Massiv. Entdeckt wurde sie 1990. Bekannt ist sie für einen mehrschichtigen Aufbau mit trockeneren oberen Bereichen und wassergeprägten tieferen Zonen.

Sarma ist keine Besucherhöhle. Ihr Wert in einem Reiseführer liegt vor allem in der Geografie: Sie zeigt, wie stark sich die tiefsten Höhlensysteme der Welt in diesem Teil des Kaukasus konzentrieren. In der Höhle wurden außerdem an das Höhlenleben angepasste Wasserorganismen beschrieben, was Sarma auch für Biologen interessant macht.

4. Tovliani-Höhle, Georgien/Abchasien

Die Tovliani-Höhle wird mit 1.760 Metern Tiefe und etwa 40,8 Kilometern Länge geführt. Das ist eine wichtige Korrektur zu älteren Top-Ten-Listen, in denen an dieser Stelle häufig die Snezhnaya-Höhle auftaucht. Nach der aktuellen Wikipedia-Liste ist Tovliani die vierttiefste Höhle der Welt.

Für Reisende zählt vor allem: Auch Tovliani ist eine Expeditionshöhle in Georgien/Abchasien, keine öffentliche Schauhöhle. Ihre Platzierung in den Top 5 zeigt außerdem, warum Höhlenrankings aktuelle Quellen brauchen. Listen können sich verschieben, wenn Vermessungsteams Systeme verbinden, Tiefen neu berechnen oder frischere Daten veröffentlichen.

5. Lamprechtsofen, Österreich

Lamprechtsofen, auch Lamprechtshöhle genannt, ist mit 1.727 Metern gelisteter Tiefe und etwa 61 Kilometern Länge die fünfttiefste Höhle der Welt. Sie liegt im Salzburger Land bei Weißbach bei Lofer in den Leoganger Steinbergen. Ungewöhnlich ist, dass ein großer Teil der Erforschung vom unteren Eingang nach oben vorangetrieben wurde, nicht klassisch von einem hoch gelegenen Einstieg nach unten.

Lamprechtsofen ist außerdem eine der wenigen Höhlen in dieser Liste mit einem öffentlichen Abschnitt. Eine untere Schauhöhlenroute ist seit mehr als einem Jahrhundert zugänglich, auch wenn sie nur einen winzigen Teil des gesamten Systems zeigt. Wer als Reisender eine realistische Verbindung zur Liste der tiefsten Höhlen sucht, hat hier viel bessere Chancen als bei den Expeditionssystemen im Kaukasus.

6. Gouffre Mirolda, Frankreich

Der Gouffre Mirolda ist mit 1.661 Metern Tiefe und etwa 22 Kilometern Länge gelistet. Er liegt in Haute-Savoie in den französischen Alpen. Der Name setzt sich aus den Vornamen dreier junger Höhlenforscher zusammen: Michel Schmidt, Roland Chenevier und Daniel Trouilleux, die 1976 bei einem anderen Höhlenhochwasser ums Leben kamen.

Mirolda tauchte immer wieder in Rekorddebatten auf, weil Tiefenangaben nach neuen Vermessungen oder Kalibrierungen angepasst werden können. Expeditionen erweiterten die bekannte Tiefe in den 1980er-, 1990er- und frühen 2000er-Jahren, auch Höhlentaucher spielten in den unteren überfluteten Bereichen eine Rolle. Für Reisende in der Region ist Mirolda eher ein speläologischer Orientierungspunkt als ein praktisches Ausflugsziel.

7. Gouffre Jean-Bernard, Frankreich

Der Gouffre Jean-Bernard erreicht 1.612 Meter Tiefe und besitzt rund 29,5 Kilometer vermessene Gänge. Auch er liegt in den französischen Alpen, nahe Samoëns. Benannt ist das System nach Jean Dupont und Bernard Raffy, zwei Höhlenforschern aus der frühen Entdeckungsgeschichte, die bei einem unabhängigen Kletterunfall starben.

Das System war früher die tiefste Höhle der Welt und zählt noch immer zu den großen Tiefhöhlen Europas. Mehrere Eingänge verteilen sich über den Berg, doch das macht sie nicht touristisch zugänglich. Die tiefen Routen verlangen Seiltechnik, Ausdauer, Umgang mit Wassergefahren und sehr lange Wege unter Tage.

8. Sistema del Cerro del Cuevón, Spanien

Das Sistema del Cerro del Cuevón ist nach aktueller Liste Spaniens tiefstes Höhlensystem, mit 1.589 Metern Tiefe und etwa 7 Kilometern Länge. Es liegt in Asturien in den Picos de Europa. Die Erforschung begann Ende der 1990er-Jahre, als französische und spanische Teams ein System kartierten, das viel vertikaler als horizontal ist.

Die geringe Länge im Verhältnis zur Tiefe verrät viel über den Charakter der Höhle: steil, direkt und technisch anspruchsvoll. Das ist keine Höhle, die man einfach mit einer Wanderreise in Nordspanien verbindet. Sie gehört zur Spezialistenseite der Picos de Europa, einer Region, die den meisten Reisenden eher wegen Berglandschaften, Dörfern und Wanderwegen bekannt ist.

9. Hirlatzhöhle, Österreich

Die Hirlatzhöhle wird mit 1.560 Metern Tiefe und etwa 117,8 Kilometern Länge geführt. Sie liegt im Dachstein-Karst nahe Hallstatt. Bemerkenswert ist sie nicht nur wegen ihrer Tiefe, sondern auch wegen ihres ausgedehnten Gangnetzes, das sie zu einem der längeren Systeme in den Top 20 macht.

Der Zugang ist der Knackpunkt. Die tiefen Teile der Hirlatzhöhle verlangen ernsthafte Expeditionsplanung, und manche Eingänge liegen in gefährlichem Gelände oder sind technisch anspruchsvoll zu erreichen. Wer Hallstatt besucht, sollte bekannte Dachsteinhöhlen nicht mit einem einfachen Zugang zu den tiefen Abschnitten der Hirlatzhöhle verwechseln.

10. Sistema Huautla, Mexiko

Das Sistema Huautla ist ebenfalls mit 1.560 Metern Tiefe gelistet, dazu kommen etwa 100,2 Kilometer kartierte Gänge. Es liegt in der Sierra Mazateca im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca und ist laut Wikipedia-Liste das tiefste Höhlensystem der westlichen Hemisphäre. Das System besitzt viele Eingänge und eine lange Geschichte internationaler Expeditionen.

Huautla ist bekannt für große unterirdische Wasserfälle, lange Untergrundlager und schwierige untere Passagen. Für die Forschung ist es enorm wichtig, für normalen Tourismus aber nicht geeignet. Reisende in Oaxaca sollten es eher als Teil der Höhlengeografie der Region verstehen, nicht als klassische Sehenswürdigkeit.

11. Chevé-Höhle, Mexiko

Die Chevé-Höhle wird mit 1.538 Metern Tiefe und etwa 87,2 Kilometern Länge geführt. Sie liegt ebenfalls in Oaxaca, einer Region mit mehreren bedeutenden Tiefhöhlensystemen. Chevé und Huautla machen den Süden Mexikos gemeinsam zu einem der wichtigsten Tiefhöhlengebiete außerhalb Europas und des Kaukasus.

12. Boybuloq-Höhle, Usbekistan

Die Boybuloq-Höhle erreicht 1.523 Meter Tiefe und rund 19,9 Kilometer vermessene Gänge. Sie liegt in Usbekistan und ist damit einer der stärksten Einträge Zentralasiens in den Top 20. Für Reisende ist vor allem der Zugang entscheidend: Das ist eine abgelegene Expeditionshöhle, kein ausgebautes Besucherziel.

13. Pantyukhin-Höhle, Georgien/Abchasien

Die Pantyukhin-Höhle ist mit 1.508 Metern Tiefe und etwa 7,9 Kilometern Länge gelistet. Sie fügt der Rangliste einen weiteren Eintrag aus Georgien/Abchasien hinzu und unterstreicht, wie außergewöhnlich das Arabika-Massiv für vertikale Höhlenentwicklung ist. Wie die anderen tiefen Kaukasussysteme gehört sie in den Expeditionskontext.

14. Sima de la Cornisa, Spanien

Die Sima de la Cornisa erreicht 1.507 Meter Tiefe und hat eine gelistete Länge von etwa 6,4 Kilometern. Sie liegt in Spanien, in derselben weiten Tiefhöhlenregion der Picos de Europa wie das Sistema del Cerro del Cuevón und das Sistema del Trave. Die kurze vermessene Länge und die große Tiefe deuten auf ein steiles technisches System hin.

15. Čehi 2, Slowenien

Čehi 2 ist mit 1.505 Metern Tiefe und etwa 5,5 Kilometern Länge gelistet. Die Höhle liegt in Slowenien, einem Land, das für Karstlandschaften und Höhlentourismus bekannt ist, auch wenn dieses System mit einer gewöhnlichen Besucherhöhle nicht vergleichbar ist. Ihre Position in den Top 20 zeigt, wie stark die Julischen Alpen und die angrenzenden Karstgebiete für Tiefhöhlen sind.

16. Sistema del Trave, Spanien

Das Sistema del Trave ist mit 1.441 Metern Tiefe und etwa 9,1 Kilometern Länge gelistet. Es ist ein weiteres spanisches System in den Picos de Europa. Für einen Reiseführer erklärt es, warum Asturien und Nordspanien so häufig in Tiefhöhlenrankings auftauchen, obwohl die meisten Touristen die Region eher mit Bergen, Dörfern und Wanderungen verbinden.

17. Lukina-Trojama-System, Kroatien

Das Lukina-Trojama-System erreicht 1.431 Meter Tiefe und ist etwa 3,7 Kilometer lang. Es liegt im kroatischen Velebit-Gebirge. Die Höhle ist ein Expeditionsziel, doch ihre Lage ist für Reisende interessant, die Karstlandschaften mögen, denn Velebit ist eine der wichtigsten Berg- und Höhlenregionen Kroatiens.

18. Egma Sinkhole, Türkei

Egma Sinkhole ist mit 1.429 Metern Tiefe und etwa 3,1 Kilometern Länge gelistet. Es liegt in der Türkei. Schon der Name verrät die Art der Formation: ein tiefes vertikales Sinklochsystem, keine weitläufige touristische Höhle. Ein Besuch wäre klar expeditionsorientiert.

19. Gouffre de la Pierre Saint-Martin, Frankreich/Spanien

Der Gouffre de la Pierre Saint-Martin erreicht 1.410 Meter Tiefe und besitzt etwa 88,1 Kilometer Gänge. Er liegt in der Höhlenregion der Pyrenäen an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Anders als viele kürzere vertikale Systeme verbindet er große Tiefe mit einem langen kartierten Netz, was ihn in der europäischen Höhlengeschichte und Vermessung besonders wichtig macht.

20. Kuzgun-Höhle, Türkei

Die Kuzgun-Höhle ist mit 1.400 Metern Tiefe und etwa 3,1 Kilometern Länge gelistet. Sie ist die zwanzigste Höhle der aktuellen Wikipedia-Rangliste. Wie Egma Sinkhole ist sie ein türkisches Tiefhöhlensystem und sollte als Expeditionshöhle verstanden werden, nicht als Besucherattraktion.

Tiefe oder Volumen: die Perspektive der Son-Doong-Höhle

Die Liste oben ordnet Höhlen nach vertikaler Tiefe, nicht nach Größe, Volumen oder Besuchserlebnis. Dieser Unterschied ist wichtig, denn die Son Doong Cave im Nationalpark Phong Nha-Ke Bang in Vietnam gehört nicht zu den tiefsten Höhlen der Welt. Ihre Bedeutung liegt im Volumen: Guinness World Records erkennt Son Doong als größte natürliche Höhle der Welt nach Volumen an, mit etwa 38,5 Millionen Kubikmetern.

Für Reisende macht das einen großen Unterschied. Die tiefsten Höhlen dieser Rangliste sind meist schmale, kalte, vertikale Systeme für professionelle Höhlenforscher. Son Doong ist dagegen ein riesiger horizontaler Höhlengang, der nur im Rahmen einer lizenzierten Expedition besucht werden kann. Körperlich anspruchsvoll ist sie trotzdem, aber es ist eine völlig andere Erfahrung als der Abstieg in ein technisches Schachtsystem von mehr als einem Kilometer Tiefe.

Jungle Boss Tours organisiert geführte Höhlenexpeditionen im Nationalpark Phong Nha-Ke Bang. Die Hang-Pygmy-Höhlenexpedition führt Besucher in eine der größten Höhlenkammern der Welt und beinhaltet ein Camp an einem unterirdischen Strand. Das Tiger-Cave-System ist anspruchsvoller, mit Dschungeltrekking, Schwimmstrecken und Seilpassagen im Kalksteinwald Zentralvietnams. Für die Reiseplanung lohnt sich außerdem der umfassende Guide zu den Höhlen von Phong Nha.

Häufig gestellte Fragen

01

Welche ist die tiefste Höhle der Welt?

Nach der aktuellen Wikipedia-Liste ist die Krubera-Voronja-Höhle in Georgien/Abchasien die tiefste bekannte Höhle der Welt, mit einer gelisteten vermessenen Tiefe von 2.224 Metern.

02

Ist die Veryovkina-Höhle noch die tiefste Höhle der Welt?

Nein. Die Veryovkina-Höhle steht mit 2.209 Metern auf Platz zwei (Quelle: Wiki). Einige ältere Artikel und Höhlenlisten führen Veryovkina noch immer auf Platz eins, deshalb ist das Datum der Quelle wichtig.

03

Können Touristen die tiefsten Höhlen der Welt besuchen?

In der Regel nein. Die meisten tiefsten Höhlen der Welt sind Expeditionssysteme mit Seilabstiegen, Hochwassergefahren, kalten Bedingungen und schwieriger Rettungslogistik. Lamprechtsofen in Österreich ist eine teilweise Ausnahme, weil es dort einen öffentlichen Schauhöhlenabschnitt gibt.

04

Wie wird Höhlentiefe gemessen?

Die Tiefe einer Höhle wird vom höchstgelegenen zugänglichen Eingang bis zum tiefsten vermessenen zugänglichen Punkt gemessen. Vermessungsteams erfassen Strecken, Winkel und Richtungen, um ein vertikales Profil der Höhle zu erstellen.

05

Warum dominieren Höhlen in Georgien/Abchasien die Liste?

Das Arabika-Massiv besitzt mächtige Kalksteinschichten, große Höhenunterschiede und aktiven Wasserfluss im Gestein. Diese Bedingungen begünstigen sehr tiefe Höhlensysteme und erklären, warum mehrere Spitzenplätze in derselben Region liegen.

06

Gehört die Son-Doong-Höhle zu den tiefsten Höhlen?

Nein. Son Doong ist für ihr Volumen berühmt, nicht für vertikale Tiefe. Sie ist die größte natürliche Höhle der Welt nach Volumen, erscheint aber nicht in den Top 20 der tiefsten Höhlen.

07

Welche Ausrüstung braucht man für Tiefhöhlen?

Tiefhöhlenexpeditionen erfordern Ausrüstung für Einseiltechnik, Helme, mehrere Lichtquellen, warme Schichten, Nässeschutz, Untergrundcamping-Ausrüstung, Vermessungswerkzeug und in manchen Systemen technische Höhlentauch-Ausrüstung für überflutete Passagen.